Hier haben wir praktische Informationen für Landausflüge auf La Gomera auf eigene Faust zusammengestellt. Die drittkleinste Insel der Kanaren liegt nur etwa 40 km südlich von Teneriffa. Das Herzstück der fast kreisrunden Insel ist der uralte Lorbeer-Nebelwald im Parque Nacional de Garajonay, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Eine weltweite Besonderheit ist zudem der „Silbo Gomero“. Mit dieser einzigartigen Pfeifsprache können sich die Inselbewohner über tiefe Schluchten hinweg verständigen. Knapp die Hälfte der Einwohner La Gomeras lebt in der Inselhauptstadt San Sebastián. Hier befindet sich auch der Hafen. La Gomera ist ein Traumziel für Wanderer und Aktivurlauber. Weitere Informationen findet man auf dem Portal Oficial de Turismo de La Gomera. Letzte Aktualisierung: Juli 2026
Weitere Hafenporträts für Landausflüge auf den Kanaren, Madeira und den Azoren auf eigene Faust: Fuerteventura, Gran Canaria, La Palma, Lanzarote, Madeira, São Miguel (Azoren), Teneriffa, Terceira (Azoren)

Kurz & knapp für Kreuzfahrer
Wer La Gomera auf eigene Faust entdecken möchte, findet hier die wichtigsten Informationen für Kreuzfahrer auf einen Blick.
???? Liegeplatz: Kreuzfahrthafen San Sebastián de La Gomera
????♂️ Stadtzentrum: Das Zentrum San Sebastián ist ca. 1 km entfernt
????️ Nächster Strand: Playa de la Cueva (650 m), Playa de San Sebastián (ca. 1,2 km)
✨ Highlights in San Sebastián: Torre del Conde, Casa de Colón, Iglesia de la Asunción, Museo Arqueológico, Mirador de la Hila, Strände
✨ Highlights im Umland: Nationalpark Garajonay, Mirador de Abrante, Valle Gran Rey, Roque de Agando, El Cercado, Agulo, Fortaleza de Chipude, Los Órganos, El Cedro
????️ Fortbewegung: Mietwagen, Linienbusse, Taxis oder organisierte Landausflüge
⏱️ Ideal für Erstbesucher: Inselrundfahrt mit Nationalpark Garajonay
???? Gut zu wissen: Zahlungsmittel ist der Euro; Spanisch ist Amtssprache
???? Internet: EU-Roaming ohne Zusatzkosten; kostenloses WLAN im Hafengebiet
???? Fazit: La Gomera ist das ideale Ziel für Naturliebhaber. Die meisten Kreuzfahrer entscheiden sich für eine Inselrundfahrt durch den Nationalpark Garajonay mit seinen uralten Lorbeerwäldern, spektakulären Aussichtspunkten und kleinen Bergdörfern. Wer es ruhiger angehen möchte, kann auch die Inselhauptstadt San Sebastián auf eigene Faust erkunden.
Kreuzfahrthafen La Gomera
Kreuzfahrtschiffe laufen den Hafen der Inselhauptstadt San Sebastián de La Gomera an. Hier gibt es eine lange Mole und ein modernes Passagierterminal. Ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff kann hier festmachen. Gleichzeitig ist der Hafen der wichtigste Fährhafen der Insel.
Im La Gomera Cruise Terminal gibt es mehrere Mietwagenfirmen, einen Taxistand und eine Bushaltestelle. Die zahlreichen Parkplätze für Autos, LKW und Busse werden vor allem vom Fährverkehr genutzt.
Das Cruise Terminal liegt etwa einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Farbige Linien auf dem Boden (zum Beispiel grün oder blau) führen Kreuzfahrtpassagiere direkt zu den Taxiständen oder Richtung Altstadt. Auch die Strände Playa de la Cueva und Playa de San Sebastián sind bequem zu Fuß erreichbar.
Landausflüge auf La Gomera buchen
Für den Tag auf La Gomera werden an Bord zahlreiche organisierte Landausflüge angeboten. Wer es individueller mag oder von den hohen Landausflugspreisen an Bord abgeschreckt wird, sollte sich die Angebote lokaler Veranstalter einmal ansehen.
Landausflüge in kleinen Gruppen mit Hafenabholung, Pünktlich-zurück-zum-Schiff-Garantie (inkl. ERGO Reiseversicherung) und (meist) deutschsprachigen Reiseleitern gibt es bei Meine Landausflüge* (s. oben). Für Sicherheit bei der Ausflugsplanung sorgen eine Geld-zurück-Garantie (bei Hafenausfällen) und eine kostenlose Stornierungsoption bis 24 Stunden vor Ausflugsbeginn. Weitere Aktivitäten und Kreuzfahrtausflüge in La Gomera findet man bei GetYourGuide*.
Mobilität in La Gomera auf eigene Faust
Das Thema Mobilität ist ein zentraler Punkt für alle Kreuzfahrer, die ihre Kreuzfahrtausflüge in La Gomera auf eigene Faust planen. Letztlich geht es um die Frage, wie man vom Hafen zu den gewünschten Landausflugszielen kommt. Dazu haben wir hier Informationen zusammengestellt. Vorab einige Entfernungsangaben zu beliebten Sehenswürdigkeiten für Landausflüge auf La Gomera (ab Liegeplatz):
- Playa de la Cueva: 650 Meter
- Mirador de la Hila: 1 km
- Iglesia de La Asunción: 1,1 km
- Playa San Sebastián: 1,2 km
- Roque de Agando: 19,6 km
- Agulo: 24,5 km
- Laguna Grande recreational area: 28,3 km
- Mirador de Abrante: 34 km
- Valle Gran Rey: 51 km
Beliebte Landausflugsziele auf La Gomera: 1. Roque de Agando, 2. Área recreativa Laguna Grande (Ausgangspunkt für Wanderungen im Nationalpark Garajonay), 3. Valle Gran Rey, 4. Töpferdorf El Cercado, 5. Agulo, 6. Mirador de Abrante, 7. Fortaleza de Chipude, 8. El Cedro und der Wasserfall, 9. Los Órganos, 10. Puerto de Vueltas im Valle Gran Rey (Ausgangspunkt für Bootstouren und Whale Watching)
Zu Fuß unterwegs
Die kleine Inselhauptstadt San Sebastián kann man vom Hafen aus bequem zu Fuß erkunden. Vom Schiff führt der Weg zunächst über die lange Mole zum etwa 400 Meter entfernten Passagierterminal. Hier befinden sich Mietwagenfirmen, ein Taxistand und eine Bushaltestelle.
Der Weg in Richtung Zentrum ist durch eine blaue Linie markiert. Die Iglesia de la Asunción ist gut 1 km entfernt. In der Nähe des Hafenausgangs befindet sich der Mirador de La Hila. Hier kann man schöne Fotos vom Hafen und vom Schiff machen. Natürlich kann man auch den Stadtstrand Playa San Sebastián zu Fuß erreichen.
Öffentliche Busse
Für Landausflüge auf eigene Faust sind die öffentlichen Busse auf La Gomera aufgrund der geringen Taktung leider nur eingeschränkt geeignet. Die Busse (auf den Kanaren Guaguas genannt) werden von der regionalen Verkehrsgesellschaft GuaguaGomera betrieben und sind vor allem auf den Schüler- und Pendlerverkehr ausgerichtet.
Das Terminal de Guaguas Puerto de San Sebastián befindet sich neben dem Passagierterminal und ist nur etwa 400 Meter vom Kreuzfahrtschiff entfernt. Von hier starten die Linien 1 (Valle Gran Rey), 2 (Vallehermoso über Hermigua und Agulo) sowie 3 (Alajeró). Weitere Linien beginnen am etwa 1,3 km entfernten Busbahnhof (Estación de Guaguas). Fahrkarten können bar oder mit Kredit- bzw. EC-Karte bezahlt werden.
Auf den wichtigsten Strecken, beispielsweise nach Valle Gran Rey oder Vallehermoso, verkehren die Busse oft nur vier- bis fünfmal täglich. An Sonn- und Feiertagen gibt es teilweise sogar nur zwei oder drei Verbindungen. Die Fahrt nach Valle Gran Rey dauert wegen der vielen Serpentinen rund 1,5 Stunden pro Strecke. Da die Busse relativ klein sind und auf den kurvenreichen Bergstraßen meist keine Stehplätze erlaubt sind, fahren sie an Zwischenhaltestellen einfach weiter, wenn alle Sitzplätze belegt sind.
Mietwagen auf La Gomera
Ein Mietwagen ist die mit Abstand beste Möglichkeit, La Gomera flexibel auf eigene Faust zu erkunden. Die Insel ist allerdings sehr bergig und die Straßen führen oft in vielen Serpentinen durch das Inselinnere. Sie sind jedoch überwiegend gut ausgebaut. Parkplätze sind an den wichtigsten Aussichtspunkten und Besucherzentren meist vorhanden.
Mehrere Autovermieter haben Büros im Passagierterminal (Estación Marítima). Dazu gehören Cicar, der Marktführer auf den Kanaren, die beliebte lokale Autovermietung Mulagua Cars, Rent A Car PAE sowie Avis. Viele deutsche Kreuzfahrer buchen ihren Mietwagen bei Cicar. Ein großer Vorteil ist, dass im Preis immer eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung enthalten ist. Zusatzfahrer sind kostenlos und es gibt keine versteckten Gebühren.
Da La Gomera eine kleine Insel ist, ist die Fahrzeugflotte der Verleiher stark begrenzt. Wenn ein großes Kreuzfahrtschiff anlegt, sind die Autos ohne Vorab-Reservierung meist binnen Minuten restlos ausgebucht. Ein wendiger Kleinwagen (z. B. Opel Corsa oder Seat Ibiza) ist für die Serpentinen und die Parkplatzsuche an den Aussichtspunkten wesentlich komfortabler als ein großes SUV.
Eine optimale Rundroute für Kreuzfahrer führt in einer „Nordschleife“ durch das Herz der Insel. Vom Hafen in San Sebastián fährt man über die Höhenstraße GM-2 bergauf zum imposanten Vulkanschlot Roque de Agando und weiter zum Nationalpark-Rastplatz Laguna Grande für einen kurzen Spaziergang durch den mystischen Lorbeerwald. Anschließend geht es über die GM-1 nach Norden zum spektakulären Glasboden-Aussichtspunkt Mirador de Abrante, gefolgt von einer Mittagspause im malerischen Kolonialdorf Agulo. Der entspannte Rückweg führt schließlich in rund 35 Minuten durch das grüne Bananental von Hermigua direkt zurück zum Schiff.
Taxis, Uber & Co
Direkt neben dem Passagierterminal in San Sebastián befindet sich ein offizieller Taxistand. Wenn Kreuzfahrtschiffe anlegen, warten dort in der Regel ausreichend Fahrzeuge. Offizielle Taxis auf La Gomera sind weiß und haben ein blaues Dach sowie ein klassisches Taxischild. Meist kommen normale Pkw zum Einsatz, vereinzelt gibt es aber auch Großraumtaxis.
Viele Taxifahrer bieten Kreuzfahrern individuelle Inselrundfahrten an. Eine mehrstündige Tour kostet je nach Dauer und Route meist zwischen 120 und 180 € pro Fahrzeug. Wer sich spontan mit anderen Kreuzfahrern zusammentut, erhält so eine komfortable und günstige Alternative zu einem Mietwagen.
Innerhalb von San Sebastián wird nach Taxameter abgerechnet. Für Fahrten in andere Orte gelten staatlich festgelegte Tarife. Eine Fahrt nach Hermigua oder Agulo kostet etwa 30 bis 40 € pro Strecke. Für eine Fahrt ins Valle Gran Rey werden rund 75 bis 85 € pro Strecke berechnet. Die meisten Taxis akzeptieren Kreditkarten. Trotzdem sollte man etwas Bargeld dabeihaben, da es auf der bergigen Insel immer wieder Funklöcher gibt.
La Gomera auf eigene Faust: Die besten Highlights für Kreuzfahrtgäste
La Gomera ist eine kleine, sehr gebirgige Insel mit einer ursprünglichen Natur und gehört zu den schönsten Landausflugszielen der Kanaren. Der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay (1.487 m) im gleichnamigen Nationalpark, der rund 10 % der Insel bedeckt und seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Der immergrüne Lorbeer-Nebelwald ist ein Paradies für Wanderer. Mehr als 600 km Wanderwege durchziehen die Insel. Zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten zählen der Roque Agando, das Valle Gran Rey und der Mirador de Abrante. Christoph Kolumbus machte 1492 auf La Gomera Station. Daran erinnern heute unter anderem das Kolumbus-Haus und der Torre del Conde in San Sebastián. Dies sind die beliebtesten Highlights für Landausflüge auf La Gomera auf eigene Faust.
Orientierung für Kreuzfahrer
Viele Kreuzfahrer erkunden La Gomera bei einer Inselrundfahrt durch den Nationalpark Garajonay oder besuchen die schönsten Aussichtspunkte der Insel. Beliebt sind außerdem Wanderungen durch den Lorbeerwald, ein Bummel durch die Inselhauptstadt San Sebastián oder ein Ausflug in das malerische Valle Gran Rey. Die wichtigsten Landausflugsziele haben wir hier nach Interessen geordnet.
???? Inselrundfahrt: Roque de Agando, Nationalpark Garajonay, Mirador de Abrante
???? Wandern: Laguna Grande, El Cedro, Fortaleza de Chipude, El Guro-Wasserfall
????️ Dörfer & Kultur: San Sebastián, El Cercado (Töpferei), Agulo, Chipude
⛴️ Vom Wasser aus: Los Órganos, Whale Watching (ab Puerto de Vueltas)
???? Aussichtspunkte: Mirador de Abrante, Mirador de la Hila, Mirador del Morro de Agando, Mirador de Igualero, Miradores de Los Roques, Mirador del Palmarejo
San Sebastián de La Gomera
Die Inselhauptstadt ist wegen ihres Hafens das Tor zur Insel. Die Fähren von Teneriffa benötigen nur ca. 50 Minuten, weshalb auch Tagesausflügler hier ankommen. Die größte Stadt von La Gomera hat gut 9.000 Einwohner und kann bequem auf eigene Faust zu Fuß erkundet werden. Eine Route für einen Stadtbummel stellen wir jetzt vor.
Für einen gemütlichen Rundgang sollte man etwa zwei bis drei Stunden einplanen. Das kann man bequem auch noch vor oder nach einem Landausflug schaffen.
Sehenswürdigkeiten und Strände in der Hauptstadt: 1. La Gomera Sign, 2. Iglesia de La Asunción, 3. Museo Arqueológico de La Gomera, 4. Casa de Colón, 5. Torre del Conde, 6. Playa San Sebastián, 7. Mirador de la Hila, 8. Monumento de la Antorcha Olímpica México 1968, 9. Playa de la Cueva
Wenn man am Schiff startet, erreicht man nach ca. 800 Metern das La Gomera Sign am Rande der Altstadt. Der Schriftzug „San Sebastián de La Gomera“ ist ein schönes Fotomotiv. Direkt angrenzend ist die Plaza de la Constitución einer der zentralen Plätze der kleinen Inselhauptstadt. Von hier führt die Calle Real, die wichtigste Einkaufsstraße, durch das historische Zentrum. Entlang der Fußgängerzone laden einige kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants zu einer Pause ein.
An der Calle Real liegt auch die Iglesia de la Asunción. Die Kirche wurde im 15. Jahrhundert gegründet und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Insel. Der Überlieferung nach soll Christoph Kolumbus hier vor seiner ersten Atlantiküberquerung gebetet haben. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Museo Arqueológico de La Gomera. Das kleine Museum informiert über die Ureinwohner der Insel.
Anschließend lohnt sich ein Abstecher zur Casa de Colón. Sie liegt ebenfalls an der Calle Real und ist nur ca. 150 Meter von der Kirche entfernt. Viele Guides erzählen, dass Christoph Kolumbus vor seiner Abreise nach Amerika hier gewohnt haben soll. Das ist nachweislich falsch. Historiker vermuten allerdings, dass an exakt dieser Stelle zuvor ein kleineres Stadthaus stand, in dem der Seefahrer während seiner Aufenthalte tatsächlich untergebracht war. Heute erinnert eine kleine Ausstellung an seine Aufenthalte auf La Gomera.
Jetzt verlassen wir die Calle Real und laufen knapp 500 Meter zum Torre del Conde. Der im 15. Jahrhundert errichtete Wehrturm gilt als das älteste erhaltene Bauwerk der Kanaren. Er ist von einem kleinen Park umgeben und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Kolumbus soll hier zu Gast gewesen sein, bevor er mit seiner kleinen Flotte aufbrach. Viele Männer aus La Gomera reisten mit ihm.
Vom Torre del Conde geht man wenige hundert Meter zur großen Playa de San Sebastián. Der dunkle Sandstrand liegt direkt am Ortsrand und eignet sich gut für eine kleine Pause oder ein erfrischendes Bad im Atlantik. Direkt am Strand gibt es Duschen und Umkleidekabinen. Öffentliche WCs befinden sich an der Strandpromenade. Natürlichen Schatten gibt es direkt am Strand kaum. Liegen und Sonnenschirme sind meistens nicht vorhanden.
Zum Abschluss führt der Weg bergauf zum Mirador de la Hila. Unweit des La Gomera Signs geht man durch eine der sehr schmalen Gassen hinauf zur Calle de la Hila. Der Aussichtspunkt bietet einen schönen Blick über den Hafen und das Kreuzfahrtschiff.
Jetzt geht es wieder zurück in Richtung Hafen. Auf einem Felsplateau ganz in der Nähe des Passagierterminals steht das Monumento de la Antorcha Olímpica México 1968. Die Olympia-Organisatoren wollten den Fackellauf symbolisch als Brücke zwischen der europäischen und der amerikanischen Kultur gestalten. Deshalb folgte das olympische Feuer per Schiff der historischen Route von Christoph Kolumbus. San Sebastián war Kolumbus’ letzter europäischer Hafen. Deshalb legte auch das spanische Marineschiff mit der Flamme am 16. September 1968 im Hafen von La Gomera an, bevor es den Atlantik überquerte. Wer anschließend noch Zeit hat, kann den Rundgang an der ruhigen Playa de la Cueva ausklingen lassen, bevor es zurück zum Kreuzfahrtschiff geht.
Roque de Agando
Der Roque de Agando ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von La Gomera und ein beliebtes Ziel für Landausflüge auf La Gomera auf eigene Faust. Der markante Basaltfelsen ragt rund 180 Meter nahezu senkrecht empor und ist bereits von weitem zu sehen. Er liegt mitten im Nationalpark Garajonay an der gut ausgebauten Straße GM-2 zwischen San Sebastián und Chipude. Fast jede Inselrundfahrt und viele organisierte Landausflüge legen hier einen Fotostopp ein. Mit einem Mietwagen fährt man vom Hafen etwa eine halbe Stunde bis hierher.
Geologisch handelt es sich um den erstarrten Schlot eines ehemaligen Vulkans. Das weichere Gestein der Umgebung wurde im Laufe von Millionen Jahren durch Wind und Wasser abgetragen, sodass der harte Basaltfelsen heute weithin sichtbar aus der Landschaft herausragt. Direkt an der Straße gibt es einen kleinen Parkplatz und mehrere Aussichtspunkte. Von hier genießt man einen schönen Blick auf den Roque de Agando und die umliegenden Berge. Besonders in den Morgenstunden und bei aufziehenden Wolken entstehen eindrucksvolle Fotomotive.
Der Roque de Agando lässt sich hervorragend mit weiteren Highlights der Insel verbinden. Nur wenige Fahrminuten entfernt liegen die Área Recreativa Laguna Grande mit ihren Wanderwegen durch den Lorbeerwald sowie zahlreiche Aussichtspunkte im Nationalpark Garajonay. Deshalb gehört der markante Felsen zu den beliebtesten Zwischenstopps bei einer Inselrundfahrt über La Gomera.
Unser Tipp: Der Roque de Agando liegt genau in der Einflugschneise der feuchten Passatwinde. Wenn der Felsen bei der Hinfahrt komplett im Nebel versinkt, würden wir einfach weiterfahren. Da sich die Wolken in den Bergen extrem schnell bewegen, ist der Fels oft schon eine Stunde später bei der Rückfahrt wieder komplett wolkenfrei.
Nationalpark Garajonay
Der Nationalpark Garajonay ist das Herzstück von La Gomera und das beliebteste Landausflugsziel der Insel. Er bedeckt rund zehn Prozent der Inselfläche und gehört bereits seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Berühmt ist der Nationalpark für seine uralten Lorbeerwälder. Diese immergrünen Nebelwälder bedeckten vor Millionen Jahren große Teile Südeuropas und sind heute weltweit nur noch an wenigen Orten erhalten.
Die meisten Kreuzfahrer besuchen den Nationalpark im Rahmen einer Inselrundfahrt oder mit einem Mietwagen. Ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch ist die Área Recreativa Laguna Grande, die man vom Hafen aus nach ca. 40 bis 45 Minuten erreicht. Hier gibt es einen großen Parkplatz, Picknickplätze, Toiletten und ein Restaurant. Außerdem beginnen hier mehrere gut ausgeschilderte Rundwanderwege unterschiedlicher Länge. Drei der beliebtesten Touren sind:
- Ruta 3 (Laguna Grande I): Flacher, barrierefreier Rundweg (0,8 km). Über einen Holzsteg erreicht man in etwa 15 bis 20 Minuten den Aussichtspunkt Mirador de Cherelepín und erhält einen ersten Eindruck vom Lorbeerwald.
- Ruta 6 (Laguna Grande II): Rundwanderweg (4,2 km) durch dichte Baumheiden und den Lorbeerwald. Je nach Tempo sollte man etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen.
- Ruta 14 (Laguna Grande – Alto de Garajonay): Mittelschwere Wanderung zum höchsten Gipfel der Insel (1.487 m). Für Hin- und Rückweg (8,2 km) benötigt man etwa 2,5 bis 3 Stunden.
Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da die Wege insbesondere nach Regen rutschig sein können. Der Nationalpark lässt sich hervorragend mit dem Roque de Agando, dem Mirador de Abrante oder den Bergdörfern Agulo und Hermigua verbinden. Deshalb gehört Garajonay zu fast jeder Inselrundfahrt auf La Gomera.
Das Besucherzentrum des Nationalpark Garajonay (Centro de Visitantes Juego de Bolas) liegt bei Las Rosas im Norden von La Gomera, ganz in der Nähe des Mirador de Abrante. Eine moderne Ausstellung vermittelt anschaulich die Entstehung der Insel, den einzigartigen Lorbeerwald sowie die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks. Im Außenbereich ergänzen ein botanischer Garten mit heimischen Pflanzen und einige historische Gebäude den Besuch. Der Eintritt ist kostenlos. Für Kreuzfahrer eignet sich das Besucherzentrum gut als kurzer Zwischenstopp während einer Inselrundfahrt oder als Einstieg in eine Wanderung durch den Nationalpark.
Valle Gran Rey
Das Valle Gran Rey gehört zu den faszinierendsten Landschaften La Gomeras und ist eines der beliebtesten Landausflugsziele der Insel. Das Tal wird von steilen Felswänden eingerahmt. Hunderte Palmen, Bananenplantagen und traditionelle Kulturterrassen prägen das Landschaftsbild. In den 1970er-Jahren ließen sich hier viele Aussteiger und Hippies nieder. Der entspannte Charakter des Ortes ist bis heute erhalten geblieben. Einen der schönsten Ausblicke bietet der Mirador del Palmarejo, der vom bekannten kanarischen Künstler César Manrique entworfen wurde.

Am Ende des Tals an der Küste liegt der lebendige Urlaubsort La Playa de la Calera. Hier laden mehrere schwarze Lavastrände zum Baden ein. Entlang der Strandpromenade und in den engen Gassen dahinter gibt es zahlreiche Cafés, Bars und einige der besten Fischrestaurants der Insel. Vom Hafen Vueltas starten Bootsausflüge zu den beeindruckenden Basaltklippen Los Órganos sowie Touren zur Delfin- und Walbeobachtung.
Die bekannteste Wanderung im Valle Gran Rey führt zum Wasserfall im Barranco de Arure, der häufig auch Wasserfall von El Guro genannt wird. Ausgangspunkt ist das Künstlerdorf El Guro. Entlang der GM-1 gibt es mehrere Parkmöglichkeiten. Die mittelschwere Wanderung ist insgesamt etwa 4,6 km lang. Für Hin- und Rückweg sollte man etwa 1,5 bis 2 Stunden reine Gehzeit einplanen. Nach den letzten Häusern von El Guro führt der Weg in ein immer grüneres und feuchteres Seitental. Man wandert durch dichte Schilfwälder und folgt meist direkt dem Bachbett. Unterwegs balanciert man über Steine und klettert über umgestürzte Baumstämme. Am Ende der Schlucht wartet ein rund 15 Meter hoher Wasserfall in einem schattigen Felskessel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind empfehlenswert.
Viele Kreuzfahrer besuchen das Valle Gran Rey im Rahmen einer Inselrundfahrt oder mit dem Mietwagen. Vom Kreuzfahrthafen in San Sebastián benötigt man je nach Verkehr etwa 75 Minuten. Wegen der kurvenreichen Bergstraßen sollte man für den Ausflug ausreichend Zeit einplanen.
Töpferdorf El Cercado
Das kleine Bergdorf El Cercado liegt im Süden von La Gomera und ist für seine jahrhundertealte Töpfertradition bekannt. Bis heute werden hier Gefäße nach alter Art von Hand geformt. Ganz ohne Töpferscheibe. Verwendet wird der rötliche Ton aus der Region. Die kunstvoll verzierten Schalen, Krüge und Vasen gehören zu den bekanntesten Kunsthandwerksprodukten der Insel. Im Centro de Interpretación Las Loceras erfährt man, wie die traditionelle Töpferei auf La Gomera seit Jahrhunderten praktiziert wird. Allerdings sind die Öffnungszeiten begrenzt. Das Museum schließt oft schon früh (Dienstag bis Sonntag meist von 09:30 bis 13:30 Uhr, montags geschlossen).
Viele Landausflüge legen einen kurzen Stopp in El Cercado ein. Mit einem Mietwagen ist man auf eigene Faust eine knappe Stunde unterwegs. In den kleinen Werkstätten kann man den Töpferinnen oft bei der Arbeit zusehen und die handgefertigten Keramiken direkt kaufen. Einfache, kleinere Tonschalen oder Becher kosten oft zwischen 10 € und 25 €. Die Keramik ist unglasiert und robust. Die Werkstätten liegen dicht beieinander an der Hauptstraße und sind leicht an den ausgestellten Tonwaren vor den Türen zu erkennen. Wer ein authentisches Souvenir von La Gomera mit nach Hause nehmen möchte, wird hier fast immer fündig.
Mirador de Abrante & Agulo
Das kleine Dorf Agulo liegt im Norden von La Gomera und zählt zu den schönsten Orten der Insel. Viele Kreuzfahrer verbinden den Besuch mit dem nahegelegenen Mirador de Abrante. Die Einheimischen nennen Agulo gerne die „Praline von La Gomera“, da sich die gepflegten Häuser harmonisch an den grünen Berghang schmiegen. Sehenswert sind die Iglesia de San Marcos mit ihren fünf weißen Kuppeln sowie die historische Bananenverladestation an der wilden Nordküste. Aufgrund seiner Hanglage bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf den Atlantik und die Nachbarinsel Teneriffa.
Viele Inselrundfahrten legen in Agulo einen kurzen Stopp ein. Mit einem Mietwagen erreicht man den Ort in etwa 40 bis 45 Minuten über die Küstenstraße GM-1. Parkplätze gibt es am Ortseingang. Für einen Spaziergang durch den historischen Ortskern sollte man etwa 60 bis 90 Minuten einplanen.
Anschließend lohnt sich die kurze Fahrt zum Mirador de Abrante. Die spektakuläre Glas-Aussichtsplattform ragt rund 400 Meter über der Steilküste aus der Felswand hinaus. Wer den gläsernen Skywalk betritt, blickt direkt hinunter auf Agulo. Bei klarem Wetter reicht die Aussicht über den Atlantik bis zum Teide auf Teneriffa. Vor der Anfahrt sollte man die aktuellen Öffnungszeiten prüfen, da die Zufahrtsstraße außerhalb der Öffnungszeiten gesperrt wird.
Fortaleza de Chipude (Der heilige Tafelberg)
Die Fortaleza de Chipude ist eines der bekanntesten Naturdenkmäler von La Gomera. Der mächtige Tafelberg erhebt sich 1.243 Meter über dem Meeresspiegel und ist schon von weitem zu erkennen. Für die Ureinwohner La Gomeras galt die Fortaleza als heiliger Ort. Archäologische Funde belegen, dass hier bereits vor der spanischen Eroberung religiöse Zeremonien stattfanden.

Viele Inselrundfahrten passieren den Tafelberg oder legen im nahe gelegenen Dorf Chipude einen kurzen Stopp ein. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist (und wandern möchte) fährt über die Höhenstraße GM-2 in den Südwesten und biegt anschließend auf die CV-17 Richtung Chipude ab. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Die ausgeschilderte Wanderung beginnt im Ortsteil Pavón. Hier kann man den Mietwagen kostenlos am Straßenrand oder auf einem kleinen Schotterparkplatz abstellen.
Der Wanderweg ist ab hier gut ausgeschildert. Für den Aufstieg benötigt man etwa 30 bis 40 Minuten. Auf dem Plateau läuft man anschließend noch rund 20 Minuten bis zum höchsten Punkt. Insgesamt sollte man für die Wanderung etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Sie ist mittelschwer und erfordert Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Nach der Wanderung lohnt sich ein Abstecher zur Hotel Bar Sonia in Chipude. Das traditionsreiche Restaurant ist für seine deftige gomerische Küche bekannt.
El Cedro & der Wasserfall
El Cedro ist ein kleiner Ortsteil am Rande des Nationalparks Garajonay und gehört zu den schönsten Wandergebieten für Landausflüge auf La Gomera. Der dichte Lorbeerwald, moosbewachsene Bäume und das ganzjährig fließende Wasser verleihen der Landschaft eine fast märchenhafte Atmosphäre. Hier befindet sich auch der Chorro del Cedro, der als höchster Wasserfall der Kanaren gilt und sich über mehrere Kaskaden mehr als 150 Meter in die Tiefe stürzt.

Mit einem Mietwagen hat man hervorragende Möglichkeiten, diesen Lorbeerwald auf eigene Faust zu erkunden. Man stellt den Wagen auf dem großen, kostenlosen Parkplatz El Contadero direkt an der Hauptstraße GM-2 ab. Vom Hafen fährt man etwa 35 bis 40 Minuten bis hierher. Von dort führt die beliebte Ruta 9 zunächst bergab mitten durch den märchenhaften Lorbeerwald bis zum Weiler El Cedro. Die Wanderung ist rund 6 km lang (hin und zurück) und führt am Chorro del Cedro sowie an der historischen Kapelle Ermita de Lourdes vorbei. Auf dem Rückweg zum Parkplatz müssen knapp 400 Höhenmeter überwunden werden. Der Anstieg ist abschnittsweise ziemlich steil und erfordert eine gute Grundkondition sowie Trittsicherheit. Wanderstöcke sind dabei unserer Erfahrung nach sehr hilfreich.
Wer es gemütlicher mag, kann mit dem Mietwagen direkt bis nach El Cedro fahren und dort parken. Von hier führt ein weitgehend flacher Rundweg entlang des Cedro-Baches durch den Lorbeerwald zur kleinen Kapelle Ermita de Lourdes. Für die rund 3,5 bis 5 km lange Wanderung sollte man etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Der obere Bereich des Chorro del Cedro ist auch vom Dorf beziehungsweise von der Zufahrtsstraße aus zu sehen.
Los Órganos (Orgelpfeifen aus Basalt)
Los Órganos gehören zu den spektakulärsten Naturdenkmälern von La Gomera. An der unzugänglichen Nordküste ragen bis zu 80 Meter hohe Basaltsäulen senkrecht aus dem Meer empor und erinnern an die Pfeifen einer riesigen Kirchenorgel. Die beeindruckende Felsformation entstand vor Millionen von Jahren beim Abkühlen von Lava. Die Orgelpfeifen können ausschließlich vom Wasser aus besichtigt werden. Während der Kreuzfahrtsaison werden regelmäßig Bootsausflüge angeboten. Für Kreuzfahrer ist das leider etwas kompliziert. Meistens starten die Touren nämlich im über 50 km entfernten Puerto de Vueltas im Valle Gran Rey. Je nach Anbieter werden die Fahrten häufig mit einer Wal- und Delfinbeobachtung oder einem Badestopp kombiniert.
Whale Watching
La Gomera zählt zu den besten Regionen Europas für Whale Watching. Die Gewässer zwischen Teneriffa, La Gomera und El Hierro gehören zu den artenreichsten Meeresgebieten der Welt. Mehr als 20 Wal- und Delfinarten wurden hier bereits nachgewiesen. Besonders häufig lassen sich Grindwale und verschiedene Delfinarten beobachten, die den Booten oft erstaunlich nahekommen. Viele Anbieter auf La Gomera sind mit dem Nachhaltigkeitssiegel „Barco Azul“ ausgezeichnet. Sie verpflichten sich zu einem respektvollen Umgang mit den Meeressäugern und halten sich an strenge Regeln zum Schutz der Tiere.
Die absolute Mehrheit der renommierten, wissenschaftlich begleiteten und besonders sanften Whale-Watching-Touren starten im Puerto de Vueltas im Valle Gran Rey. Mit dem Mietwagen fährt man knapp 90 Minuten. Man könnte eine solche Tour aber mit einem Landausflug im Valle Gran Rey verbinden. Wer nicht ganz so weit fahren möchte, könnte Whale Watching ab Playa Santiago buchen. Mit dem Mietwagen fährt man etwa 45 Minuten. In der Hauptstadt San Sebastián de La Gomera gibt es leider kaum Angebote.
Fazit: Landausflüge auf La Gomera auf eigene Faust
La Gomera ist kein Ziel für Kreuzfahrer, die Sehenswürdigkeiten abhaken wollen – sondern für alle, die einen Tag in unberührter Natur verbringen möchten. Der kleine, übersichtliche Kreuzfahrthafen in San Sebastián macht den Einstieg leicht, und mit einem Mietwagen lässt sich die Insel trotz ihrer Berglage an einem einzigen Tag erstaunlich gut erkunden.
Das Herzstück jeder Inselrundfahrt bleibt der Nationalpark Garajonay mit seinem uralten Lorbeerwald, ergänzt durch die markanten Aussichtspunkte am Roque de Agando und am Mirador de Abrante. Wer mehr Zeit hat, sollte den Abstecher ins Valle Gran Rey oder zu den Bergdörfern Agulo, El Cercado und Chipude einplanen.
Unser Tipp für Erstbesucher: Konzentrieren Sie sich auf die Nordroute mit dem Roque de Agando und dem Nationalpark Garajonay. Wegen der vielen Serpentinen und Fahrzeiten lässt sich die gesamte Insel an einem Kreuzfahrttag kaum entspannt erkunden. Den Rest des Tag kann man sehr gut in der kleinen Hauptstadt verbringen.
Petra Tegeler ist Kreuzfahrtexpertin seit über 20 Jahren und teilt ihre Erfahrungen aus mehr als 200 Häfen weltweit.
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